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STAY HOME ONLINE PROJECT 2020

Aufgrund der Coronavirus – Massnahmen war ich gezwungen mit meinen drei Jungs 14 Tage in Quarantäne zu leben. Da erlebt man Berg- und Talfahrten. Doch zu viert ist man nicht immer zur selben Zeit auf dem Gipfel oder im Tal. Spätestens nach einer Woche hatten die Kinder schreckliche Sehnsucht nach der Schule – und ich nach der Fotografie.

Zwei Wochen in der eigenen Wohnung ist keine extreme Erfahrung. Unser Leben etwas leiser zu drehen, schadet auch nicht. Aber ein Gefangensein ist es doch. Unsere Freiheiten sind plötzlich nicht mehr selbstverständlich.
Gleichzeitig eröffnen sich uns plötzlich neue Möglichkeiten. Wir merken, wie flexibel wir wirklich sind.
Als Fotografin arbeite ich nie zu Hause. Ich bin immer unterwegs.
Fotografiere in Büros, in Fabriken, in anderen Städten und auf anderen
Kontinenten.
Shootings, Meetings, Reisen. Alles gestrichen. Für alle. Die, die es können, machen ihre Arbeit von zu Hause aus. Ich möchte das auch können, dachte ich mir.
Da kam mir die Idee des Onlinefotoshootings! Zoom macht es möglich.

Und hier mein Vorschlag an alle Einzelunternehmer:

Wir machen einen Fototermin aus und ich komme online zu dir nach Hause. Ich fotografiere dich mit meiner Canon über Zoom auf dem Bildschirm meines IMacs. Es ist nicht wichtig, die schärfste Webcam zu haben. Die Bilder müssen nicht klar sein. So wie diese Zeit uns nicht klar scheint.
Überlege dir deinen Lieblingsplatz in deiner Wohnung oder in deinem Büro. Dort wo du am liebsten arbeitest. Es darf auch das Sofa sein. Du brauchst dich nicht in Schale zu werfen. Deine private Seite darf und soll zum Vorschein kommen.
Ziel ist es ein Porträt dieser aussergewöhnlichen Situation zu kreieren.
Ein persönliches Bild von dir, in deinem Umfeld, ergänzt mit einem kurzen Text. Mit diesem Text rundest du dein Porträt ab, stellst dich und deine Arbeit vor. Kurz und prägnant. Du bleibst so sichtbar mit deiner Arbeit und kannst neue Kontakte knüpfen. Und es verbindet, weil wir ja alle in der gleichen Lage sind.”

Diesen Text habe ich zu Beginn des Corona-Lockdowns ausgesendet. Keiner wusste wie lange es gehen würde. Da wusste ich auch noch nicht wie viele Menschen ich dadurch kennenlernen würde. Es meldeten sich Menschen aus Madrid, Berlin, Mailand, London etc. Nicht nur Einzelunternehmer. Es wurden wunderbare Gespräche geführt, man hatte trotz des Bildschirmes , der zwischen uns lag eine besondere Intimität…oder vielleicht gerade deswegen.

Alle waren zu Hause – und wir kamen uns alle näher in dieser Zeit.

 

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